Seit kurzem findet ein Streetworkout-Training am Streetwork-Outpark beim Ignaz-Günther-Gymnasium (IGG) in Rosenheim statt. Bei diesem kostenlosen Fitnesstraining kommen regelmäßig über 60 Jugendliche aus Rosenheim und Umgebung – Geflüchtete und Deutsche – viermal die Woche zu je zwei Stunden zusammen, um gemeinsam Sport zu machen. Ins Leben gerufen hat das nach Unterstützern und Interessenten suchende Angebot das Bar Brothers Team ,,Bavaria“.

Lachen ist eine gute Medizin. Deshalb widmet der Initiativkreis Migration Rosenheim diesem Thema einen ganzen Tag (23.09.) mit drei verschiedenen Veranstaltungen – und extrem komischen Gästen!

Kinder von Asylbewerbern zeigen Tänze und Darbietungen, eine Gruppe Jugendlicher des GTEV Roßholzen tanzt auf: An der Schule in Grainbach am Samerberg fand kürzlich ein lebendiges, farbenfrohes Sommerfest der Begegnungen statt. Einheimische und Neu-Einheimische feierten in fröhlicher Eintracht.

Der „Mut & Courage Bad Aibling e.V.“ lädt zu interessanten Veranstaltungen ein: Der nächste Courage!Talk findet am Samstag, 9.07.2016 um 10.30 Uhr im Cafe Steffen, Bahnhofstr. 9, 83043 Bad Aibling statt. Und am Freitag, 15.07.16 findet im Mail Keller, Schmettererstr. 20, 83022 Rosenheim, das Rhetorik-Seminar „Stammtischparolen – Nein Danke!“ statt.

KINO ASYL, das Festival mit Filmen aus den Herkunftsländern von in München lebenden Flüchtlingen, startet 2016 in die zweite Runde. Dafür suchen die Veranstalter junge Geflüchtete zwischen 16 und 26 Jahren, denn das Festival wird – mit Unterstützung von Fachleuten – von Geflüchteten selbst umgesetzt. Die aus den jeweiligen Ländern vorgestellten Filme ermöglichen den Zuschauern vielfältige, nicht zuletzt auch sehr persönliche Einblicke in die Herkunftswelt der jungen Menschen. Für den Durchgang 2016 sind noch 9 Fortbildungsplätze im Bereich Kulturmanagement (Schwerpunkt Kino und Festivalplanung) zu vergeben. Kick-Off-Meeting ist am 19. Mai.

(Gastbeitrag von Julia Schuster, Volontärin bei himmeblau)

Eine neue Runde eines integrativen Fotoprojekt für asylsuchende und deutsche Jugendliche startete im April.

Wer sind eigentlich diese Menschen, die da zu uns kommen? Welche Kulturen bringen sie mit? Fragen, die es wert sind, Ihnen nachzugehen, findet die Dipl. Kunsttherapeutin Cornelia von Stern. Um ein gegenseitiges Kennenlernen und Miteinander zu fördern, rief sie letztes Jahr das Projekt „EinWeg“ ins Leben. Sechs asylsuchende Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und Eritrea sowie acht junge Menschen aus dem Landkreis trafen sich dann zwei Monate lang, um gemeinsam an dem integrativen Fotoprojekt teilzunehmen. Getragen wird das Projekt durch die Caritas, ehrenamtliches Engagement und großzügige Spenden eines örtlichen Fotoservice-Ladens. Auch „Kind und Werk Rosenheim e. V.“ unterstützt das Projekt.

Der erste Kennenlernabend verlief noch sehr steif. „Die Flüchtlinge saßen auf der einen Seite des Tischs und die Jugendlichen der Jugendkunstinitiative ArtCloud auf der anderen. Alle waren ziemlich befangen“, erinnert sich von Stern. Heute freut sie sich, wie sehr die Gruppe bald auftaute.

Um für jeden Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen zu schaffen, bekam jeder eine Einwegkamera. Gemeinsam erkundeten die Teenager dann die Umgebung. Trotz der anfänglichen Zurückhaltung taute die Gruppe mit jedem Treffen weiter auf. Hemmungen und Sprachbarrieren konnten mithilfe der gemeinsamen Aktionen und Bilder überwunden werden. Auch das private Leben dokumentierte jede Teilnehmer nach eigenen Ermessen. Anschließend besprach die Gruppe die Fotos. Es entstanden Einblicke, Rückblicke, Entwicklungen, Schnittpunkte und Unterschiede. Insbesondere die Tatsache, wie unterschiedlich ein und dasselbe Bild wahrgenommen werde, sei äußerst interessant gewesen, erzählt die Kursleiterin. So sei beispielsweise der Anblick der Rosenheimer Stadtpfarrkirche St. Nikolaus für die deutschen Jugendlichen etwas alltägliches. Die Asylsuchenden dagegen empfanden die Kirche als neu, bombastisch und beeindruckend.

Verena Schubert - Sonenuntergang

Zum Abschluss des Projekts präsentierten die Jugendlichen ihre Fotos in einer eigens organisierten Ausstellung in der Stadtbibliothek. Damit Vernissage-Besucher die Künstler erkennen konnten, trug jeder der Teilnehmer ein Erkennungszeichen – eine aus Papier gefaltete Pyramide, die auf eine Wäscheklammer geklebt und so an der Kleidung befestigt werden konnte. Da dieses Symbol aufgrund seiner dreieckigen Form einen der Teilnehmer sehr an Sambusas erinnerte, bereiteten die Jugendlichen die afrikanischen Teigtaschen am letzten gemeinsamen Abend zu.

So habe sie es sich vorgestellt, freut sich die Kunsttherapeutin. Die Jugendlichen lernten einander kennen und verstehen, haben Kontakte geknüpft und Einblicke in die verschiedenen Kulturen erhalten. Besonders erfreulich sei die Lust und das Interesse auf MEHR.

 

MEHR Miteinander, MEHR Kennenlernen, MEHR Fotografie, MEHR Knowhow… Aus diesem Grund entwickelten die ehemaligen Teilnehmer von „EinWeg“ ein Nachfolgeprojekt, bei dem sie nun selbst die Rahmenbedingungen und Themen festlegen konnten. Das Besondere an „MehrWeg“ ist, dass die Jugendlichen nun nach eigenen Kompetenzen wechselseitig zum Vermittler und Lernendem werden. Dies fördere die Selbstkompetenz des Einzelnen und biete die Möglichkeit, den Blickwinkel des Lehrenden kennenzulernen, erklärt von Stern. Aufgrund des Erfolges von „EinWeg“ erklärte sich die Kinder- und Jugendkunstschule „Kind und Werk e. V.“ bereit, das Projekt zu finanzieren.

Die Jugendlichen wählten für das aktuell laufende Projekt „Mehrweg“ beispielsweise Workshops über die Grundlagen der digitalen Fotografie, die Bildbearbeitung mit Photoshop, die Erstellung von Fotogrammen und Stop-Motion-Filmen. Im Anschluss sei wieder eine Ausstellung geplant, die allerdings voraussichtlich erst 2017 umgesetzt werden könne. Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos. Die Treffen finden dienstags am Abend in den Räumen der Kinder- und Jugendkunstschule „Kind und Werk e. V.“ statt.

Bei Fragen nach weiteren Informationen steht Cornelia von Stern gerne unter info@arty-online.com zur Verfügung.

Ahmed Abdi Hussein- Ein Blick

Hilfe kann viele Gesichter haben. Dieses charmante Projekt etwa hängt an der Wand. Hoffentlich bald an ganz vielen Wänden!

„Hallo zusammen, hier kommt eine nicht ganz alltägliche Anfrage.“ Mit diesen Worten begann vor ein paar Wochen ein Gesuch, hinter dem sich eine mehr als rührende Geschichte verbirgt. Eine Geschichte, die auf ein hollywoodreifes Happy End zusteuert. Ein Happy End, zu dem auch ein paar Hand-in-Hand-Nutzer beitragen.

Okay, wir kapitulieren. Keine Angst, nur insofern, als wir den Plan, allwöchentlich unsere erfolgreichen Vermittlungen hier zusammenzufassen, ganz schön stutzen müssen. Ihr – unsere Hand in Hand Community – legt eine Hilfsbereitschaft an den Tag, die jeden Rahmen sprengt. Coole Sache – aber auch Ehrensache, dass wir da lieber Eure Gesuche und Angebote abarbeiten und „verkuppeln“, was das Zeug hält, anstatt „Erlebnisberichte“ zu verfassen. Ein paar Rosinen haben wir aber natürlich herausgepickt, als Dankeschön und Motivation.

Sarina aus Afghanistan ist knapp zwei Jahre alt, fit wie ein Turnschuh – und dank einer Hand in Hand-Nutzerin jetzt auch richtig schnell unterwegs, wenn es darum geht, ihre neue Heimat zu erkunden. So lautet eine von unzähligen Erfolgsmeldungen, für die wir diese Woche „Danke“ sagen.

Eine Woche Hand in Hand – und unsere Hoffnung hat sich bewahrheitet: Die Region Rosenheim hat ein Herz für Bedürftige. Noch dazu tragen die Menschen ihr Herz nicht nur auf der Zunge, sie lassen den Worten auch viele, viele Taten folgen. Knapp 3.000 Menschen haben unsere Seite bereits besucht und viele davon haben konkret geholfen. Eine kleine erste Danksagung.

In der Halbzeit mit Pep Guardiola quatschen, vor dem Euroleague-Spiel der FC Bayern Basketballer gegen Khimki Moskau ein paar Körbe werfen – für Flüchtlinge aus Rosenheim und Frasdorf war das der Höhepunkt der Woche.

Varfie ist sieben Jahre alt, als sein Vater ihn und den älteren Bruder nimmt und flüchtet. In Liberia tobt der Bürgerkrieg, ein Schicksal als Kindersoldat will der Vater seinen Söhnen ersparen. Zehn Jahre später – im Mai 2014 – steigt Varfie in Rosenheim aus einem Zug. Allein, Vater und Bruder tot oder verschleppt. Jetzt spielt Varfie Basketball beim Sportbund Rosenheim und in der U19-Bundesliga-Mannschaft in Dingolfing.

Dorita Plange von der Münchener tz hat sich mit Varfies Schicksal beschäftigt und erzählt die Geschichte einer Flucht und einer gelungenen Integration.

Die Asylverfahren von Hagie Foday Jaiteh Kabba und Abdulfattah Hadzhi Hamud sind zwar noch nicht abgeschlossen, aber beide dürfen etwas tun, was vielen anderen in ihrer Situation verwehrt bleibt: Sie dürfen arbeiten.